Ein kleiner Schluck für das Baby – eine große Überwindung für die Mama

Nach den 2 Tagen hatte ich meinen Milcheinschuss. Die Brust wurde prall und tat echt weh. Ich lernte die Brust mit Stillöl zu massieren  und die Hebamme riet mir zuerst einen warmen (vor dem Stillen) und dann einen kalten Waschlappen (nach dem Stillen) anzuwenden. So hatte es dann einigermaßen geklappt. Die Kleine hatte erst Schwierigkeiten die Brust in den Mund zu nehmen. Einmal war es sogar so, dass es gar nicht mehr geklappt hat. Meine Hebamme kam dann nachts und hat mir geholfen. Daraufhin lief alles super. Wenn die Kleine nicht oft genug getrunken hat, habe ich einfach die Milch ausgestrichen. Auch ein-, zweimal unter der Dusche. Es hat weh getan und Überwindung gekostet. Aber es war machbar und auszuhalten. Nach ein paar Tagen hatte sich dies aber erledigt. Zum Glück blieb ich vor wunden Brustwarzen verschont.

Ich war froh, dass ich meine Hebamme hatte, die mir in der Zeit super geholfen hat.

Die ersten zwei Tage – Auch das Baby muss es erst lernen

Ich erinnere mich zurück.

Am 07.01.13 kam meine Maus auf die Welt. Ein paar Stunden später oder so hab ich sie anlegen dürfen. Die Hebamme hat mir geholfen und es klappte super. Am selben Tag bin ich nach Hause gegangen. Dort klappte auch alles gut. Meine Wochenbett Hebamme half mir und wir machten aus, dass sie jeden Tag mehrmals kommt.

Die Kleine hatte ein Ritual, das ich erst einmal kennen lernen musste. Als ich wusste, wie es ging, war es ganz einfach. Ich brauchte nur ein wenig Geduld. Sie musste es ja auch erst einmal lernen. Zuerst hatte sie den Kopf hin und her bewegt. Dann kurz geschrien, dann kam ein Nieser und dann hat sie die Brust nach mehrmaligem Anlecken in den Mund gesteckt und getrunken. Nach der einen Seite, wickelte ich sie und dann ging das Spielchen an der anderen Brust wieder los. Ab und an rutschte sie ab. Zwischendurch war es schon ein wenig unangenehm. Zwei Tage ging das so mit dem Ritual …

Einmal ganz anders….

Am 11.8.2012 ist unser Sonnenschein geboren. (Entgegen allen Ewartungen ein Junge!) Leider aufgrund eines Geburtsstillstandes durch Notkaiserschnitt.  Aber nach all den Schmerzen und dem “Nicht so gekommen wie geplant” wars der schönste Augenblick meines Lebens. Als ich seinen ersten Schrei gehört und ihn kurz darauf ansehen und berühren durfte – und nachdem die Krankenschwester ihn gewaschen hatten, durfte ich den Mundschutz wegnehmen und seine Wange küssen – so wunderbar flaumig und fein! Das hat alles aufgewogen. Dann durfte er eine halbe Stunde mit seinem Papa kuscheln, bis ich zusammengeflickt und aufs Zimmer gebracht wurde.

Ich hatte mir vorgenommen zu stillen – habe mir auch nicht wirklich Sorgen drum gemacht da meine Mutter zwei Hausgeburten hatte und nie Probleme damit hatte.

Wahrscheinlich durch die Verzögerung des Kaiserschnittes und den Stress dadurch, hat sich mein Milcheinschuss verzögert – und der Kleine hatte Mühe mit dem Trinken. Kaum war ich im Zimmer und der Kleine bei mir, hat es (nach meinem Gefühl zumindest) nur so von Krankenschwestern gewimmelt, die versucht haben, mir beim Anlegen zu helfen. Und sofort mit dem Hütchen kamen, damit es besser ginge – ich hab’s einfach mal geschehen lassen – weil ich’s nicht besser wusste. Mit dem Hütchen hat er dann halbwegs getrunken – wie sich aber später rausgestellt hat, leider zu wenig.

Nach einiger Zeit hat er noch immer nicht genug zugenommen und alle waren sehr besorgt. Sie brachten mir eine Pumpe – ich hatte riesige Angst davor, konnte mir nicht vorstellen abzupumpen. Naja, hab’s dann gewagt und das erste Mal war es furchtbar. Gleichzeitig mussten wir anfangen zuzufüttern. (Leider gleich mit Fläschchen statt z.B. mit dem Becher) Aber irgendwie hat dann der Milcheinschuss doch geklappt und es kam Milch, alle dachten, es ginge bergauf, da er wieder aufs Geburtsgewicht zurückgefunden hatte und ich durfte dann nach einer Woche Krankenhausaufenthaltes endlich wieder nach Hause.

Als dann meine Stillberaterin zu mir nach Hause kam, hat sie rausgefunden, dass er wieder abgenommen hat – also immer noch nicht genug bekam. Ausserdem hat er sehr oft die Brust nur angeschrien, statt zu trinken. Ich war nervlich sehr nah am Ende… Nach 2 Wochen hat sie uns dann geraten, dass ich, um den Milchfluss anzuregen, nebenbei abpumpen sollte. Ich hatte mir noch während der Schwangerschaft eine Handpumpe besorgt für allfällige Abwesenheiten meinerseits. Nun wurde sie regelmässig gebraucht. Nach einer Weile hat mir dann meine Stillberatin vom Krankenhaus eine elektrische Doppelmilchpumpe mitgebracht. Mit der hat es dann besser geklappt. Ich wurde anfangs kaum fertig mit Abpumpen, da hatte der Kleine schon wieder Hunger. Es war unglaublich anstrengend. Durch die nachfolgende sehr gute Unterstützung meiner Stillberaterin habe ich beim Abpumpen durchgehalten.

Nach ca. 4 Wochen musste ich nicht mehr zufüttern – nach ca. 2 Monaten habe ich es dann aufgegeben, ihn anlegen zu wollen, da er immer mehr die Brust angeschrien hat und nur noch das Fläschchen wollte (ich führe das auf eine Saugverwirrung zurück).

Mittlerweile habe ich 2 Wochen Vorrat im Gefrierschrank an Stillmahlzeiten, habe die Milch auf den täglichen Gebrauch reduziert und muss nur noch 3 mal doppelt abpumpen pro Tag. (Zwischendurch überprüfe ich, ob ich noch genug Milch habe und rege wenn nötig an.) Bald läuft die Miete für die Pumpe vom Krankenhaus aus und wir haben uns für eine Lansinoh elektrische Doppelmilchpumpe entschieden, welche in ein paar Tagen geliefert werden sollte. Ich hoffe, sie funktioniert so gut wie das teure Modell (wenn nicht sogar besser) und ich freue mich schon darauf. Ich habe vor noch mindestens so lange abzupumpen, bis der Kleine ein Jahr alt ist – wenn er so will natürlich… :) Bis jetzt mag er Brei noch nicht wirklich kosten. :)

Jetzt bete ich dafür und hoffe, dass beim Geschwisterkind, das hoffentlich bald kommt, alles etwas besser läuft. Ich kann es immerhin ein bisschen weniger blauäugig auf mich zukommen lassen, nach allem, was ich erlebt habe.

Ich wünsche euch allen, die allenfalls auch solche Probleme haben, Durchhaltewillen und guten Mut. Es wird schon klappen! :D

Muttermilchspende

Muttermilch spenden? – Ja, das geht!

Für einige Wochen im September 2012 habe ich das gemacht.

Eher über einen Zufall bin ich überhaupt  darauf gestoßen, dass man (immernoch) Muttermilch spenden kann, wenn man selbst zuviel davon hat. Das war bei mir der Fall und ich habe nach einem Gespräch in meiner Stillgruppe ein wenig recherchiert. Viel gefunden hatte ich zunächst zwar nicht, aber es gibt einige kurze Artikel und ein Video zu dem Thema.

   —>   Beitrag beim ZDF

Ich hatte von Anfang an große Mengen an Milch und obwohl es mit dem Stillen direkt nach der Geburt nicht so gut geklappt hat, war die Milchmenge nie das Problem. Nach einem Wachstumsschub, bei dem meine Tochter mehr getrunken hat als sonst und sich dementsprechend auch die Milchmenge erhöht hat, ist die Produktion nicht mehr richtig zurückgegangen. Ich hatte noch mehr Milch und musste zweimal täglich zusätzlich abpumpen. Aber wohin mit der Milch? Wegschütten erschien mir zu schade und mehr als trinken kann die Kleine auch nicht. Deshalb die Recherche nach Muttermilchbanken.

Muttermilchbanken – eine antiquierte Idee?

Es gibt diese Sammelstellen oder Muttermilchbanken nur an wenigen Kliniken in Deutschland (9) und auch nur im Osten der Republik. Die Idee ist aber wieder im Kommen und zumindest in München  ist eine weitere Stelle in Planung. Die nächstgelegenen Kliniken – von Berlin aus – sind Potsdam und Frankfurt Oder; Berlin hat tatsächlich kein einziges Krankenhaus, in dem eine Muttermilchstelle existiert.

   —>   Liste der Muttermilchbanken

Die Vorschriften und Kriterien zum Spenden sind streng, aber sinnvoll. Prinzipiell spenden darf jede Frau, wenn sie gesund ist, keine Medikamente nimmt, sich nicht vegetarisch/vegan ernährt und bereit ist, die Milch unter penibel hygienischen Standards abzupumpen und aufzubewahren. Außerdem darf man nur spenden bis das eigene Kind vier Monate alt ist, da sich die Zusammensetzung der Milch mit zunehmendem Alter des Kindes ganz natürlich dessen (Ernährungs-) Bedürfnissen anpasst und somit nicht mehr zur Verwendung in der Klinik geeignet ist.

Dort wird die gespendete Muttermilch nämlich in der Frühchenstation eingesetzt. Wissenschaftliche Erkenntnisse bestätigen, dass auch für zu früh geborene Kinder Muttermilch die beste Ernährung ist und guten Einfluss auf die Entwicklung der Kleinsten nimmt – viel besser als  es eine Formula-Nahrung  könnte. Klar, wie sollte ein künstliches Produkt, das es seit etwa 50 Jahren gibt, besser sein als ein natürliches Produkt, das seit Anbeginn der Menschheit – also mehrere Millionen Jahre  – existiert?! Die Mütter der Frühchen haben oftmals (durch die viel zu frühe Geburt) nicht von Anfang an Milch für ihre Kinder. Sie werden dann unterstützt damit die Produktion in Gang kommt und es bald klappt, das eigene Kind selbst zu ernähren. Bis es soweit ist, hilft dann die gespendete Muttermilch aus.

Diese wird nach der Spende mikrobiologisch untersucht und anschließend pasteurisiert, damit wirklich keine Gefahr für die empfindlichen Kleinen besteht, mit Keimen und Bakterien in Berührung zu kommen. Erst nach einer abschließenden Blutuntersuchung der spendenden Mutter wird die Milch schließlich freigegeben und verabreicht.

besondere Hygiene zu Hause

Schon zu Hause mussten wir genauste Vorschriften zur Sauberkeit einhalten, also z.B. zuerst die Hände gründlich waschen und mit Papiertuch abtrocknen, Abpumpset unter Abdeckung aufbewahren, Milch abpumpen und gleich einfrieren bei -18°C. Dazu vorsterilisierte Glasflaschen der Klinik verwenden, Deckel nicht auf der Innenseite ablegen sondern mit der Öffnung nach oben; ein Teströhrchen abfüllen und schließlich Milchflasche und Teströhrchen identisch beschriften mit Namen, Datum und laufender Nummer. Dann muss das Pumpset auseinandergenommen und zwei Mal gespült werden, bevor es abgewaschen oder in Spüllösung gelegt wird. Später, aber mindestens ein Mal pro Tag muss das Set dann für 5 Min. ausgekocht werden um es zu desinfizieren.

Einmal in der Woche kommt dann ein Fahrer vorbei, der die gefüllten Flaschen abholt und zur Milchküche der Klinik bringt, wo dann die Tests durchgeführt werden und die Milch haltbar gemacht wird. Zum Klinikum musste ich persönlich nur ein Mal zu Beginn und ein Mal zum Ende des Spendezeitraums um mir Blut abnehmen zu lassen. Das wird dann abschließend untersucht, denn man kann ja nie wissen, ob man sich nicht doch eine Infektion eingefangen hat, die man selbst nicht so richtig bemerkt hat.

Trotz allem Aufwand habe ich es gern gemacht, denn die Milch war ja da. Abgepumt hätte ich auch, schon um mir selbst eine Erleichterung zu verschaffen. Schon aus dem St. Joseph Klinikum kannte ich elektrische Milchpumpen, die wir dann auch einige Zeit zu Hause hatten und fand, dass sie gut funktionierten. Nachdem die Ausleihfrist dafür abgelaufen war, habe ich mich für eine manuelle Pumpe entschieden. Das reicht mir für zu Hause völlig aus, denn ich pumpe ja nicht zur Anregung des Milchflusses sondern zur Erleichterung. Gerade nachts, wenn das Kind schläft wird der Druck sonst nämlich unangenehm und irgendwann läuft die Milch dann einfach aus. Das ist auch unpraktisch.

Empfehlung: Doppelpumpset mit 150ml-Flaschen

Bei allem Aufwand hat mir mein Partner immer geholfen und mich toll unterstützt. Der fleißige Papa musste viel abwaschen und oftmals musste er einspringen, wenn es ums Saubermachen und Desinfizieren ging. Das hat auf jeden Fall dazu beigetragen, dass alles so gut geklappt hat und wir innerhalb von dreieinhalb Wochen über 6 Liter Milch für die Klinik sammeln konnten. Wir sind stolz und froh, damit hoffentlich vielen kleinen Mäuschen helfen zu können, die “eine Extraportion Milch” dringend nötig haben.

Ich habe mich im Nachhinein erkundigt, ob alles okay war, also die Milch verwendet werden kann. Das war sie. Juhu! Nebenbei hat mir die Schwester dann erzählt, dass sie zur Zeit ein sehr kleines Frühchen da haben, das 8 Mal am Tag 2ml bekommt. Ansonsten bekommen sie etwa 10ml bis 20ml pro Mahlzeit. Also kann man wohl davon ausgehen, dass noch vielen kleinen Mäusen mit unserer gespendeten Milch geholfen werden kann.

Stillende Mütter, spendet!

In diesem Sinne möchte ich euch stillende Mamis ermutigen, wenn ihr viel oder zu viel Milch habt, überlegt euch, ob ihr nicht auch spenden wollt und könnt. Es kommt den Kleinsten sehr zugute und macht einen überschaubaren Aufwand. Das Gefühl ist jedenfalls sehr gut hinterher – ein Glücksgefühl, etwas sehr Gutes getan zu haben!

Ich habe über dieses Thema auch in meinem Blog geschrieben und stehe euch gern bei Fragen zur Verfügung.